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RDI e.V. hilft...
Einige Berichte die stellvertretend für die vielen Schicksale und unsere Arbeit hier vor Ort stehen.
Jeder in Bakau, Gambia, kennt Lay. Tagaus – tagein, jahraus – jahrein sitzt er in seinem Rollstuhl vor dem Supermarkt und versucht ein paar Zeitungen zu verkaufen. Die Augen tränig und gerötet, sitzt er meist nachdenklich, mit gesenktem Kopf und hofft auf ein paar Dalasi.Seine gefühllosen, gelähmten Beine hat er meist in seinem Schoß verschlungen oder sie baumeln über die Armlehne seines Rollis, der vor lauter Rost auch bald auseinander fällt. Die Sitzfläche des Rollis ist mehrfach gerissen. Lay`s Bruder hat einfach ein Brett auf die Sitzfläche gelegt, sonst würde Lay sicher bald auf der Erde sitzen. Lay, ein gläubiger Muslime, unterrichtet jeden Abend Kinder seines Dorfes in arabischer Sprache den Koran.
Eines Tages kommt das RDI-Team Lay`s Wunsch nach, seine Familie zu besuchen. Obwohl wir in den Jahren schon viele afrikanische Familien besucht haben, erschütterten uns diese Wohnverhältnisse zutiefst. Der ca. 10-12köpfigen Familie steht nur ein einziger Raum von ca. 15m² zur Verfügung. Außer 4 Betten und ein fast vergammeltes Schrankregal, befanden sich in dem Raum keine weiteren Möbel. In jedem Bett schlafen etwa 1-2 Erwachsene und 1-2 Kinder. Begrüßt wurden wir außer von Lay unter anderem auch von seiner etwa 80 jährigen Mutter. Durch das Wellblechdach schien an mehreren Stellen die Sonne. Das bedeutet in der Regenzeit regnet es durch. Etliche Stämme des Dachstuhls waren von Termiten zerfressen und schon teilweise eingebrochen. Lay`s Mutter erzählte uns die traurige Geschichte ihres Sohnes. Lay war 1,5 Jahre alt, als seine Mutter vom Holzsammeln aus dem Busch zurück kam und ihren Kleinen mit anderen Kindern spielen sah. Zur Essenszeit forderte sie Lay auf zur Hütte zu kommen. Lay kam aber nicht. Zuerst dachte die Mutter an einen Scherz ihres Sohnes, doch schließlich nahm sie ihn auf den Arm und trug ihn. Heute ist Lay 40 Jahre alt. Damals gab es noch niemanden der Lay`s Mutter sagen konnte, was ihrem Sohn fehlt. Erst viele Jahre später erfuhr Lay`s Mutter den Namen für die Krankheit ihres Sohnes - Polio -.
Während Lay`s Mutter uns die Geschichte erzählt, ist es ganz still in der großen Runde geworden. Lay hält die ganze Zeit die Hand des 1. Vorsitzenden von RDI fest und aus Lay`s geröteten Augen laufen stille Tränen über seine Wangen Dieses Leid passierte vor 40 Jahren und heute...? Für Lay kommt diese Hilfe leider zu spät.
Zuletzt geändert am: Apr 01 2010 um 8:23 PM Zurück |
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